So, ein paar Tage später, aber immer noch brandaktuell nun der Racereport aus meiner ganz persönlichen Sicht. Ich war an dem Wochenende auch als fliegender Fotograf für Eurodragster.com unterwegs, was mir eine ganz besondere Ehre war. Nette Menschen die Gutes tun, das muss man supporten.


Zum Wochenende. Der Freitag begann bis zur Mittagszeit mit Regen. Das kann nicht sein, ein volles Fahrerlager, 9 Fueller und 25 Pro Mods, alle Sportsman Klassen mit über 20 Nennungen, bitte kein Regen!!!

Unsere wünsche wurden erhört und als es noch tröpfelte begann man in professioneller Manier die Strecke zu trocknen. Hätte man sich auf diese Art erhofft, aber nicht unbedingt erwartet. Hut ab, das hatten wir schon anders. Gegen späten Nachmittag liefen die ersten Aufrufe und die 17.00 Uhr Deadline rückte immer näher. Die Orga schaffte es aber von 16.30 Uhr bis ca. 19.30 Uhr das komplette Feld einmal über die Strecke zu jagen. Man überzog kräftig, ob das mal nicht Ärger mit irgend einem deutschen Amt für irgendwas gab.

Samstag dann bestes Wetter, so sollte es auch den Rest des Wochenendes bleiben. Dragracing vom feinsten erwartete uns.
In der Klasse Top Methanol Dragster gab es im EM Stand einiges an Bewegung. Timo Habermann qualifizierte sich mit einer 5.46 Sek. Weltbestzeit für Whipple Blower Dragster auf Platz eins, gefolgt von Mr. Willson mit dem A-Fueller, der einen neuen europäischen Speed Rekord in dieser Klasse an dem WE aufstellte. Peter Schöfer, der EM Leader wurde fünfter.

In den Eliminations dann der Krimi. Nummer eins und zwei der EM trafen in Runde eins aufeinander. Schöfer gegen Turner. Das Duell konnte EM vorentscheident sein. Unter dem Strich konnte sich Pat mit knappen 4/100stel durchsetzen. Erst einmal Luft holen.

Im Halbfinale traf dann Pat auf Timo Habermann. Der Jüngere hatte am Ende die Nase vorne, Pat stellte alles auf Go nur die Reifen fanden nicht die richtige Traktion vor. Knapp draußen. D.h. Timo im Finale gegen Willson, der mit dem neuen Motor immer besser zurecht kam. Finale, wennTimo gewinnt, kann er knapp die EM Führung nach diesem Wochenende mit nach Langenselbold nehmen. Und, er tat es auch. Willson up in smoke und Timo mit einer weiteren 5.5 Sek. gewinnt seinen ersten Lauf in seiner jungen Top Methanol Dragster Karriere.

In der EM Führt Timo vor dem letzten Lauf in Santa Pod Anfang September mit 4 hauchdünnen Punkten vor Pat Schöfer. Ebenfalls Rob Turner hat noch Außenseiterchancen, die man aber nicht unterbewerten darf. Fakt ist, wer von den beiden Deutschen im letzten Lauf weiter kommt fährt die EM Krone nach Hause.

Die Geschichte der Top Methanol Funnycars liest sich wie ein Märchen ohne richtiges Happy End. Hamburgs Jürgen Nagel, der sein Funny Car nicht von der Stange kaufte, sondern selbst aufbaute, fuhr dieses Jahr recht konstant in Zeiten, bei denen man anfängt wettbewerbsfähig zu sein. Mit einer 6.1 kam er auf Qualirang 5.

Im Rennen dann besiegt er in Runde eins den sympathischen Belgier Danny Bellio und steht erneut (wie in dieser Saison schon einmal) im Halbfinale.
Der Norweger Arvid Grodem hatte etwas Unglück mit dem Motor der auf halber Strecke nicht mehr richtig wollte, und das Fast Go Team aus HH stand das erste Mal in ihrer Karriere in einem TMFC Finale. Da ging es gegen den mehrfachen Meister und zweiten der EM Wertung Leif Andreasson.

Was geschieht. Andreasson rollt zum Burn out, Jürgen versucht vergeblich den Motor zu starten, schafft es nicht, lange Gesichter, Enttäuschung, dann aber letztendlich wohl doch Freude über den errungenen Platz 2 in der Endabrechnung der 22sten NitrolympX.
It’s Pro Modified Time. Das Publikum war aus dem Häuschen und total begeistert von der Performance der FIA Klassen. Aber die Pro Mods sind auch in Hockenheim die Publikumslieblinge. 5 Deutsche haben sich in das 25 Köpfige Feld gemischt, leider kam nur zwei davon in das sechzehn Fahrer starke Feld. Norbert Kuno, und Thorsten Kath, der sich bei seinem letzten Rennen ever (!!!) mit einer neuen PB in das Feld fuhr.

Die größte Überraschung war das nicht qualifizieren des Überraschungssiegers von Mantorp und des gleichzeitig Punkte Ersten in der EM, Robert Joosten vor diesem Rennen. Das wirft ihn und seine EM Hoffnungen weit zurück. Auch Andy Robinson ist nicht qualifiziert, er zerstörte seinen Motor auf dramatische Weise. Er hat dieses Jahr kein wirkliches Rennglück. Im Rennen dann das Aus für den Top Qualifyer Norbert Kuno (war für ihn die erste TQ Position seiner Karriere in PM) in Runde zwei, up in smoke.

Thorsten Karth hatte nach einem weiteren guten Lauf in Runde eins nicht die Chance gegen den auf EM Kurs fahrenden Micke Lindahl. Letztendlich trafen sich Lindahl und Amman, ja, Rolf Amman der seinen Golden Nugget pro Mod in Pod letztes Jahr in die Bande setzte, für viel Geld wieder aufbauen lies und nun mit ein paar PB sich in das Finale vor fuhr.

Seine Performance ist im 6.6er Bereich, kam durch konstante Läufe ins Finale, in dem er gegen den blendend Aufgelegten Lindahl Clan keine Chance hatte. Erstes Finale, erster Runner up in Pro Mod für Rolf, was für ein Comeback.

Top Fuel Dragster. Carter führt vor Joon und Erbacher. Kargered in Lauerstellung. Im Zeittraining durchbrach der Brite Carter zum ersten Mal in Hockenheim die 500 Km/h Schallmauer.

Auf das hat man hier schon lange gewartet. Die ersten 5 Qualifizierten sich allesamt in der 4.8er Region mit einem Abstand von 51/100stel. Joon vor Erbacher, Kargered und Carter. Spannender kann es nicht werden. Nicht im Feld war Janne Ahonen, der in seinem ersten Lauf am Freitag einen Defekt an der Kupplung hatte, ihm zerschoss ein Teil der Kupplung einen Hinterreifen, was zur Folge hatte das sich sein Dragster auf die Seite legte. Er blieb unverletzt, doch das Auto war so beschädigt das er an diesem Wochenende keine weiteren Läufe mehr machen konnte. Wir sind mittlerweile bei den Fuelern in einem Bereich angekommen, bei dem es nicht mehr reicht mit konstanten 5.0 Sek. die Strecke herunter zu juckeln, nein, viele können schnell, es sind immer mehr als 8 Dragster am Start, d.h. mindestens einer kann sich nicht qualifizieren. Das hat zur Folge das der Wettkampf steigt, was wiederum die Fans glücklich macht.

Im Rennen dann die erste Überraschung. Carter fliegt gegen Haapanen raus, Andy war flott unterwegs als ihm bei 1000 Fuß der Blower Belt verlassen hat. Der Favorit raus, die Spannung rein. Erbacher fand keine Traktion und war raus gegen Poutiainen. Joon legte mit einer 4.77 Sek. auf 500 Km/h nach und kam ebenso wie Kargered in Runde 2. Kargered hat offenbar die Gremlins beseitigt die ihn die letzten 2 Saisons plagten und vom schnell fahren abhielten. Das Halbfinale gegen Haapanen gewann Joon am Tree, will sagen das er ihm eine Zehntel an der Ampel abnahm und dann trotz einer 4/1000stel langsameren Laufzeit ins Finale vorfuhr.

Kargered hatte keinen Gegner und einen Byerun ins Finale, da Risto nicht im Line up auftauchte. Wie auch immer das Finale ausgehen mag, es wird nach diesem Rennverlauf spannend für das letzte Rennen in Santa Pod. Kargered mit einem sauberen Lauf, Joon verlor auf halber Strecke die Traktion und somit gewinnt Kargered seinen ersten Rennlauf seit langem. In der Meisterschaft führt Joon 5 Punkte vor Carter gefolgt von dem 25 Punkte auf Carter zurückliegenden Kargered. Erbacher ist bereits 50 Punkte zurück, das macht es fast unmöglich den Titel noch zu holen, aber, wir erinnern uns an 2007. Nichts ist unmöglich.

Competition Cars: Hier konnte sich Dennis Habermann durchsetzten, das bedeutet dass das Brüderpaar Dennis und Timo Habermann jeweils ihre Klassen gewannen. Die schnellsten Brüder Deutschlands. Dennis eliminierte den schönen Mercedes Flügeltürer von Stefan Winter und Patricia Kästner.

Im Finale gegen den Vorjahresgewinner Meierhofer ließ er auch nichts anbrennen. Schade das sich Jürgen Kath bei seiner Abschiedsvorstellung nicht in das 8er Feld fahren konnte, wir hätten es ihm gegönnt seine 15 Jährige Dragster Karriere erfolgreicher abzuschließen.
In der 8.90 Sek. Klasse der Super Comper gewann Fred Hanssen vor Gerd Habermann. Beide setzten sich souverän bis in das Finale durch.
Super Gas. 9.90 Sekunden ist der Index. Jan Hardekopf der Gewinner. Bert Gorselitz brach im Finale aus, sonst wäre es noch spannender geworden.

In Runde eins gewann erst Mal Ove gegen Guido in einem packenden Duell, das aber bereits an der Ampel entschieden wurde. Guido Stand falsch an der Ampel (in dieser Klasse gibt es genaue Vorschriften dafür, wer wann in die Lichtschranken rollen darf) und bekam ein Rotlicht dafür, Ove riss sofort die Faust aus seinem Hot Rod um seiner Freude Ausdruck zu verleihen.

Gleiches wie Guido geschah auch mit Vorjahressieger Eisenhauer. Ove unterlag dann dem späteren Sieger Hardekopf, der im Halbfinale den „ausbrechenden“ Schuby besiegte. Gorselitz besiegte seinerseits Merlin und Werner Zudrell. Super Gas ist Spannung. Mehr davon.

Im Public Race gewann Johnny be good Niesner in einem Double breakout Finale gegen Martin Weikum.

Junior Dragster. Da gab es im verlauf der Eliminations Diskussion und Irritation um das Regelwerk, letztendlich gewann Noah Stutz vor Lena Romahn.

V Rod Destroyer: TQ Frau Golde Rotlichtete im Halbfinale gegen Brodbeck, der somit im Finale stand. Dort verlor er hauchdünn gegen Schnarwiler ebenfalls aus der Schweiz.

Top Gas: Frank Heitmann gewann gegen starke Konkurrenz. Im Finale konnte er sich gegen Herrmann Jolink durchsetzen.

Die stärksten Motorräder von Tindahn und Glaesner waren im entscheidenden Moment leider kaputt, oder fuhren ein Rotlicht. Auch das ist Dragracing. Gratulation an Frank, der so weit ich das weiß auch meister der Top Gas Euroserie ist.
Pro Bike Eliminator. Funnybikes messen sich mit Pro Stock Bikes. Christian Jäger fuhr an diesem Wochenende einige neue PB und gewann dieses Event als Vorbereitung auf seinen ersten EM Einsatz bei den Top Fuel Bikes in Santa Pod in 2 Wochen. Gratulation an die Black Seven Motorradfreunde.

Im Nitro Bike Thunder (2 und 4 Zylinder Fuel Motorräder traten gegeneinander in einem guten alten Cannonball an) gewann ganz klar Ian King, der mit seinem neuen Motorrad konstant in den 6.3ern fuhr.

Günter Sohn war das WE über nicht 100% fit, ihn hielten sehr starke Rückenschmerzen vom noch schneller sein ab.
So viel zum Renngeschehen. Die Veranstaltung war die Beste seit Jahren, was ohne Zweifel an dem super Motorsport in allen Klassen lag. Auch die Tribünen waren am Samstag so voll wie schon lange nicht mehr. Wir hoffen das der Hockenheimring auch in Zukunft FIA Läufe ausschreibt, es kann den NitrolympX nur nutzen.
Verabschieden möchte ich an dieser Stelle ganz besonders die Kath Bros. Dragracing Macher der letzten 15 Jahre. Sie werden zum Abschied noch eine ihrer legendären Feste in Berlin geben um dann Tschüß zu sagen. Wir hoffen auf ein Comeback in der Zukunft, Danke für eure Arbeit auf der Strecke und neben der Strecke, speziell mit dem Dragracing.de Portal und den Bemühungen um Wittstock.

In diesem Sinne.
Rock n Roll
Bilder vom Freitag findet ihr hier.
Bilder vom Samstag findet ihr hier.
Bilder von der Nachtshow findet ihr hier.
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The Dragstripper

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