Top Methanol Dragster Review: Main Event 09

Die Klasse Top Methanol Dragster hat in den letzten drei Jahren einen sehr erstaunlichen und überaus positiven Wandel vollzogen. Als vor 3-4 Jahren bei einigen Events der EM Tour nur drei Dragster am Start waren (Schöfer, Wilson, Turner) war das aus des FIA Status der Klasse bereits besiegelt. Die Pro mods sollten an ihrer Stelle von nun an um FIA Europameisterschaftspunkte fahren. Nicht zuletzt des unermüdlihen Einsatzes von Gittli Koller vom Team Peter Schöfer Racing ist es zu verdanken das die Klasse weiterhin im EM Kalender ist und was soll man sagen, der Einsatz hat sich gelohnt.

 

 

Es kamen immer mehr Teams in die Klasse, es kamen auch die A Fueler, das sind Nitromotoren die ohne kompressor das Nitromethan einspritzen, schwierig zu tunen sind, aber eine Menge Leistung versprechen wenn das Tune up stimmt. Weiterhin wurde auch von der klassischen Blower / Methanol Fraktion kräftig investiert um Top aktuelles Material aus den Staaten an die Ampel zu bringen. Mittlerweile zeigt sich das es genau die richtige entscheidung war diese Klasse nicht zugunsten der Pro Mods auszurangieren, sondern beide Klassen mit EM Status zu versehen. 2009 ist auf jeden Fall Payback time. Für die Verantwortlichen, die Teams und auf jeden Fall für die Zuschauer, die ein volles Feld (10 Entrys auf ein 8er Feld) mit spannenden und schnellen Läufen geboten bekommen. Schon das Qualifying geriet zu einem Krimi welchen sich die Formel 1 nur wünschen könnte.

 

 

Der Reihe nach. Das Qualifying am ersten Tag brachte schon einige Personal Bests auf die Bahn und man freute sich auf den zweiten quali Tag. Man wusste das die Fahrer des hinteren drittels alle schneller können, speziell Derek Flynn  hat das bei den letztjährigen Finals bewiesen, er hat hier ebenfalls wie A Fuel Kollege und Klassenneuling Esko Reisvuo einen Amerikanischen Tuner am Start, so das noch einiges zu werwarten ist. Das Qualifying nach Tag 1 liest sich wie folgt. Gut aber noch nichts verglichen mit dem was an Tag 2 geschehen sollte.

 

 

 

   1. Timo Habermann 5.4469/257.39

   2. Fred Hanssen 5.4566/265.67

   3. Krister Johansson 5.4966/246.29

   4. Rob Turner 5.5034/240.11

   5. Dennis Habermann 5.5280/253.06

   6. Peter Schöfer 5.5908/254.46

   7. Paul Ingar Udtian 5.5972/253.10

   8. Dave Wilson 5.7745/248.01

   9. Derek Flynn 5.8856/232.79

  10. Esko Raisvuo 6.0400/250.32

 

 

In Runde drei passierte es, der erste 5.3 Sekunden Lauf in dieser Klasse auf europäischem Boden und katapultiert sich an die erste Position. Dave Wilson hat seinen A Fueler endlich soweit im Griff das er richtig schnelle Nummern auf das Scoreboard zaubert. 5.37 Sek. auf 263 Meilen. Das ist ein dickes ausrufezeichen. In dieser Runde konnte sich nur Rob Turner etwas verbessern und die beiden A Fueler am Ende der Liste tauschten ihre Positionen 9 und 10, fuhren mit 5.7er Zeiten dicht an das Feld heran, schauten aber immer noch von außen in das Feld hinein. Das verhieß für den 4. Durchgang eine ganze Menge Spannung. Peter Schöfer ist als amtierender Titelverteidiger mittlerweile auf dem Bump Spot ( so etwas gab es in dieser Klasse schon seid Ewigkeiten nicht) mit seinem ersten Lauf von 5.59 Sekunden. Man versuchte vor Lauf 3 etwas am set up zu verändern, das ging aber in die falsche Richtung. Es ist zu hoffen das man mittlerweile den richtigen Weg eingeschlagen hat, denn von hinten werden die beiden A Fueler versuchen sich in das Feld hinein zu fahren. Das ist die Ausgangslage welchen diesen 4ten Drrchgang aus deutscher Sicht so spannend macht.

Als erste Paarung dann gleich Pat Schöfer gegen Dereck Flynn.

 

 

in einem spannenden Lauf schaffte es Pat seine Zeit ein wenig zu verbessern und fuhr eine 5.580 Sek. und Flynn kämpfte bis zum Schluss, konnte diese Zeit in diesem Moment nicht unterbieten und muss den Rennläufen zuschauen. Gleich danach fuhr der Finne Reisvuo, der kann Pat auch noch aus dem Rennen schubsen. Ein softer Start und gegen ende der 1/4 Meile konnte man mit erleichterung feststellen das auch er die Zeit von Pat nicht mithalten konnte. Dieses mal nicht, aber in diesem Feld gilt es seine Hausaufgaben zu machen, das wird eine ganz packende und spannende Saison. Im verlauf dieser Session gaben sich Fred Hansen Dave Wilson und Timo Habermann die Bestzeiten und Höchstgeschwindigkeiten im Europarekordbereich nacheinander in die Hände, da wurde einem schwindelig. Am Ende der Qualifikation schaute das dann so aus:

 

   1. Timo Habermann 5.3516/259.00

   2. Dave Wilson 5.3536/263.98

   3. Fred Hanssen 5.3802/263.40

   4. Dennis Habermann 5.4510/260.92

   5. Krister Johansson 5.4966/246.29

   6. Rob Turner 5.4969/240.98

   7. Paul Ingar Udtian 5.5692/253.73

   8. Peter Schöfer 5.5802/256.60

   9. Esko Raisvuo 5.7146/261.05

  10. Derek Flynn 5.7542/245.31

 

 

Timo Habermann vorne auf EU Rekord Kurs. Dahinter Wilson der den gerade gesicherten EU Rekord inne hält, und Fred Hansen als Neuling in dieser Klasse, er fuhr zuvor Super Comp und konnte z.B. die Nitros 08 in dieser Klasse gewinnen. Dennis Habermann auf Platz 4. Er fährt einen in Europa neuen Body, komplett aus Carbon und aus einem Stück gefertigt, also keine Alu Panelen mehr. Krister Johansson ist auf Platz 5 endlich wieder zurück in den schnellen zeiten, der Europäische A Fuel Pionier hatte in den letzten Jahren nicht sehr viele gute Läufe zu Stande gebracht. Turner und Udtian im Feld, und Pat schöfer auf Platz 8 mit einem Bump Sopt von 5.58 Sekunden, das haben sogar die größten Experten nicht vermutet das dieser so schnell sein wird. Auch das spricht für die Klasse, und da steckt noch mehr drin. Da kann man sich richtig auf Hockenheim freuen. 3 Deutsche die mitmischen, super.

 

 

Zum Renntag: Den ersten Lauf bestritten Timo und Pat, Nummer eins und Nummer 8 aus der Quali. Auf dem Papier in diesem Moment eine eindeutige Sache, doch wie man weiß kann im Rennen alles geschehen. Ein guter Lauf von Beiden, Pat fuhr seine Beste Zeit am WE mit einer 5.52. Timo machte aber keine gefangenen und brannte erneut eine 5.3 auf die Bahn und gewann die Runde souverän. Damit fuhr er auch das Back up für einen neuen EU Rekord. Danach trat Dennis gegen Krister Johansson an. Dennis mit einem Monster Wheelie und Tyreshake noch auf eine 6.2, aber ohne eine Chance gegen die 5.4 von Krister. Somit ist der zweite von 3 Deutschen in Runde eins ausgeschieden. Im Lauf danach war Udtian zu früh und fuhr los bevor die Ampel aktiviert war, das bescherte Wilson einen leichten Sieg, der krönte ihn aber mit einem Backup seiner EU Rekord Zeit von Gestern, so das der ET Rekord von 5.304 Sek. bis zum Ende dieses Events bei ihm blieb.

 

 

Die letzte Paarung in Runde eins lässt Rob Turner auf Fred Hanssen treffen. Hanssen macht keine Gefangenen , zuerst von der Ampel weg, zuerst im Ziel und das noch mit dem nun offiziellen neuen Europa Speed Rekord von 266 Mph. Hut ab, das war es dann auch mit Rekordläufen, nicht aber mit der Spannung wie es in den Halbfinalläufen weiter gehen wird.

 

 

 

Norwegen trifft auf England und Deutschland auf Schweden. Bei einer Fußball WM oder EM verspricht das spannende begegnungen, da werden die Dragracer aber in nichts nachstehen. Im Fußball wäre es zwar keine Sensation wenn Norwegen die Backham Truppe schlägt, doch aber eine kleine Überraschung. Uns Dragracer überrascht nichts, sind mit alles Wassern gewaschen und wissen das alles passieren kann. Wilson und Hanssen haben beide einen offiziellen Rekord aufgestellt und sich in die 5.3er Region hinuntergeschraubt. Wer fährt ins Finale vor?  Es wurde knapp, Wilson war schneller, pennte aber dermaßen an der Ampel das er es nicht schaffte den enteilenden Norweger einzuholen. Somit gewinnt die 5.44 über die 5.38. Das zweite Semifinale zwischen Timo und Krister. Es gibt nicht viel zu berichten. Zwei saubere Läufe in denen Timo einfach schneller war. Somit stehen Timo Habermann und Fred Hanssen im Finale. Timo gewinnt seinen ersten TMD Europameisterschaftslauf mit einem Holeshot. Beide haben identische Laufzeiten (ET) das heißt das Hanssen Timo nicht mehr einholen konnte. Da zeigt sich wieder die Junior Dragster Schule durch die Timo gegengen ist und immer wieder mit spitzen Reaktionszeiten bestechen kann.

 

 

Was eine Klasse, was ein Wochenende, was kommt da noch auf uns zu? Weitere Rekordfestivals? Wir hoffen es stark, auch das Pat Schöfer und Team wieder zu alter Form finden und noch eine Schippe draufpacken können, bzw an der ET abfeilen können. Gratulation auch an Dennis Habermann für seine neue PB.

Das war der reine Wahnsinn, solch eine Spannung und Dramatik kann es ruhig öfter geben.

 

 

 

Markus Münch Text und Pix.

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