Die Vierzylinder Nitro Bikes machten es ebenfalls zu einer spannenden Sache, bis der Gewinner letztendlich feststand. Zwölf Bikes bewarben sich um ein 8er Feld, darunter auch die Deutschen Vertreter des Gremium MC Dragsterteams um Fahrer Christian Jäger. Es sollte für sie eine recht schlaflose Zeit in England werden, denn es gab viel zu schrauben. Der Gewinner der Nitrolympics 2008 hatte nach einem Testlauf am Donnerstag vor dem Event größeren Schaden am Motor. Dieser magerte ab und die dadurch entstandenen Probleme mussten die Nacht hinüber behoben werden. Am ersten Quali Tag dann ein erster Lauf auf Sicherheit mit einer eher fetteren Motorenbeatmung und einem zweiten Lauf, den man nicht antreten konnte da Flüssigkeit aus dem Bike kam.

In der Zwischenzeit sortierten sich die anderen Bikes, vornehmlich Nitro Brenner (Christian ist ja bekanntermaßen auf einem Turbo aufgeladenen Funnybike unterwegs) auf den vorderen Positionen. Vorne weg die Svensson Brüder mit Fahrer Peter, der mit seinem gelben Kendall Stuhl mal eben (mit einem early shut off bei 300 Metern) eine 6.22 Sek Zeit auf die bestens präparierte Bahn brannte. Vor dem letzten Quali Lauf sah es folgendermaßen aus. Christian als neunter liegt eine Zehntel hinter dem Bump Spot, der bei 8.19 Sek. steht. Im ersten Paar des Durchganges machte es Christian spannend und fuhr seine Bestzeit an dem Wochenende mit einer 8.00 Sek. das ist der neue achte Platz und Bump Spot. Nach ihm fuhr Otto Knebl, der konnte sich den 8ten Platz wieder zurückholen, er fuhr aber lediglich eine 8.1 Sekunden und das harte Schrauben des Gremium Teams machte sich bezahlt.

Steht man nun im Rennen, da allerdings gegen den Nr. 1 Mann Svensson. Ian King, der amtierende Meister liegt auf Platz 2 mit 6.3 Sek, gefolgt vom „Dealer“ Steve Wollatt mit 6.4 Sek. und Rene van den Berg aus Holland mit einer 6.6 Sek Zeit. Eric Teboul lag recht weit hinten im Feld, lediglich mit einer 7.3 Sek., was daran lag, das ihm auf der Anreise eines seiner Magnetos (Zündung) kaputt ging, er aber ein Modell benutzt welches vor Ort nicht reparier oder ersetzbar war. So rüstete er um auf einfache anstatt doppelte Magnetos und auf eine anstatt 2 Zündkerzen pro Zylinder. Daraus resultierten diese eher mäßigen Zeiten (danke an Benni Voss, der mich in diesem Punkt fachmännisch mit Informationen versorgt hat).

In den Elimination dann folgendes Bild. Jäger gegen Svensson, Jäger angriffslustig, hat noch eine Schippe drauf gepackt, Svensson mit einer durchschraubten Nacht, als ihm im letzten Quali Lauf die Kette riss und einigen Schaden anrichtete, besonders weil dem Motor für kurze Zeit 15000 Umdrehungen ausgesetzt war. Das bescherte unter Anderem einige Ventilen einen krummen Rücken. Er war die große unbekannte, wird alles funktionieren? Es funktionierte. Christian hatte mit seiner 8.1 Sek. hier und heute keine Chance gegen die 6.3 Sek. von dem Schweden. Die Jäger Truppe wird wieder antreten, dann bin ich mir sicher ist das Bike perfekt eingestellt und fährt wieder locker in die 7 Sekunden hinein.
In den anderen Paarungen der ersten Runde vernaschte Rene van den Berg den Briten Steve Carey, Ian King hatte keine Probleme mit dem geschwächten Eric Teboul, und Wollatt setzte sich gegen einen schwächelnden Tim Blakemore durch. Im Halbfinale dann erneut Drama. Svensson fehlt im Line up, man schraubt noch fieberhaft, bekommt durch einen Oildown extra Zeit aber schafft es nicht ganz. Als Rene van den Berg staged kommt Svensson um die Ecke und muss zuschauern wie Rene mit einer lockeren 7.0 Sek. zum Sieg und seiner ersten Finalteilnahme in einem EM Lauf fährt. Im zweiten Halbfinale dann ein Britisches Duell welches Ian Kind knapp vor Wollatt für sich entscheiden kann. Somit stehen King und Van den Berg im Finale.

Erneutes Drama in dem Finallauf. Nach dem Burnout geht Renes Bike einfach aus und somit war Ian der Gewinner, krönte seine Leistung mit einer weiteren Zeit im 6.4 er Bereich. Wir freuen uns auf den Rest der Saison, King und Svensson werden sich noch harte Duelle liefern und das Gremium Team wird mit alter Form auch noch ein Wörtchen mitreden können.
Text und Bilder: Markus Münch
