Black Seven Racing Saison Review 2009

Anfang April war das Bike Raceready, mit kleinen technischen Verbesserungen und Änderungen. Mit neuem Motor und frischen Kabelbaum. Ab ging´s nach Luckau zum T&T, mit befriedigendem Ergebnis. Systeme wurden alle gecheckt wie gesagt soweit alles O.K. Dann mitte Mai nach Santa Pod zum Main Event. An diesem Wochenende waren wir ohne Crew Chief unterwegs, der aus privaten Gründen nicht mitfahren konnte. Also mussten wir enger zusammenrücken um die Informationen von jedem Lauf zu analysieren. Als erstes stand der Testtag (Peak Performance Day) vor der Tür.

Das Bike wurde erst einmal mit einem “lowen” Set up versehen um die allgemeine Lage zu peilen. Es sah vom Start weg nicht schlecht aus, aber nach ca. 100 Meter war kein schalten in den zweiten Gang möglich?! Warum das??? Kupplungsprobleme aber nix schlimmes, war in 30 min. wieder behoben. Zum zweiten Lauf wurden die Daumenschrauben enger gedreht, Burnout war gut, stagen auch, Vollgas und los. Nach ca. 200 m gab es ein Backfire, der Lauf wurde aber komplett durchgezogen – 8,47 Sek. Zurück in die Pits – Daten auslesen – alle mit großen Fragezeichen in den Augen. Also hier mal einfache Mathematik- Leak Down Zylinder 3+4,  Kompression 0 = Motorschaden. Das Training war gelaufen,  Motor ausbauen,  Zylinderkopf abnehmen. Ventile von Zylinder 3+4 komplett kaputt, ebenfalls die Kolben.

Freitagmorgen wurden Arbeitsgruppen gebildet um den Motor wieder fertig zukriegen. Nach ca.12 Stunde arbeit mit 6 Mann und vielen neuen Teilen war es gegen  23.00 Uhr soweit. Der Motor lief wieder und hörte sich wieder richtig gesund an. Zum Glück war Freitag frei und wir konnten zur ersten Qualirunde in unserer Klasse,  bei den UEM Top Fuel Bikes antreten. Die Ursache des Motorschadens konnte man bis dahin nur raten, es war immer noch unklar was dazu geführt hatte. Die  Zeit in der ersten Qualirunde war eine 8,2 Sek. Die Zeit war zwar nicht berauschend , aber es ging nichts mehr kaputt und wir waren erst mal im Feld.

Quali Runde 2. Das Bike ist nach dem Burnout mehrmals ausgegangen. Quali Runde 3. Das Bike ist nach dem Burnout ausgegangen – wir durften nicht restarten. Quali Runde 4.Diesmal ging alles gut und wir konnten uns mit 8,00 Sek. in dem Feld als achte qualifizieren. Es waren knapp 20 Bewerber auf einen der acht Startplätze. Danach war die Freude groß, wir hatten unser Ziel erreicht uns unter den ersten acht zu qualifizieren. Wie beschrieben, der achte Platz wurde  von der Crew sehr hart erarbeit und ist teuer bezahlt worden.

Es war Montag – Eliminations Day Round 1. Peter Svensson 6.34 Sek. def. Christian Jäger 8,18 Sek. Mehr brauch man dazu wohl nicht zu sagen! (Peter ist übrigens der erste und einzige Europäer der es – in diesem Jahr – überhaupt geschafft hat mit einem Fuelbike in die 5 Sek. zu fahren, er hat aktuell das drittschnellste Bike Weltweit!!!).  Ziel für uns aber erreicht, und wir konnten doch mit einem kleinen Grinsen von der Insel fahren.

Juni Drachten 1. Samstag Quali 2, Zylinderkopfdichtung raus beim 2 Lauf, der Rest blieb aber soweit heil. Qualiplatz.5, Sonntag Rain Out.

Juli Drachten 3.Freitag Rain Out, Samstag Getriebeprobleme. Es ging weder der erste, noch der dritte Gang rein. Quli Platz 4. mit einer 7,7 Sek. Das bedeutet das Aus für diese Rennwochenende. Am Sonntag ging wegen Regens eh nix mehr, daher halb so wild. Heise Phase vor Hockenheim. Zum T&T wurde der Motor ausgebaut und frisch gemacht, sowie ein neues Getriebe verbaut.

Am Samstag früh, zum Warmup, sah alles noch gut aus. Ab dem ersten Lauf kündigten sich aber schon die ersten Elektronikproble an, so zog sich das auch durchs ganze Wochenende. Es wurden neue Lichtmaschinen, Batterien und alles Mögliche verbaut um den Problemen Herr zu werden, aber auf die Schnelle war keine Besserung in Sicht!? Ein Wochenende später war es endlich so weit, die Nirtolympx in Hockenheim.

Das Highlight auf heimischen Boden.

Donnerstag wurde die Box bezogen, danach kam der Standard Service am Bike. Was zu Tage kam war gar nicht schön, es musste erst mal der Zylinderkopf abgenommen werden, da auf Zylinder 3+4 die Auslassventile undicht waren. Der Schaden war noch vom T&T, da wurde der Motor ganz kurz überdreht. Aber es hat mal wieder gereicht um unser Team komplett in Anspruch zu nehmen.  Gegen Donnerstagabend war wieder alles im Lot und das Bike einsatzfähig. Da für uns die Messlatte sehr hoch lag und wir unseren Sieg vom letzten Jahr verteidigen wollten, war natürlich voller Einsatz der Truppe angesagt. Freitagmorgen erster Qulirun mit 7,6 sec. so waren wir nach der ersten Runde Top Qualifier.

Das war natürlich ein guter Start, um die Konkurrenz in Schach zu halten. Wir konnten durchgehend mit konstanten 7,6 Sek. Läufen aufwarten und das Qulifing als 4 abschließen.

Sonntag zu denn Eliminations 1. Rund mussten wir gegen Alex Rose antreten. Mit einer 7,7 Sek. gegen eine 8,5 von Alex waren wir eine Runde weiter und standen im Halbfinale gegen Len Paget. Das war das Finale vom letzten Jahr, nur das Len diesmal Bahnwahl hatte und sich natürlich die bessere, linke Bahn, aussuchte. Trotz wesentlich besserer Reaktionszeit von der Ampel weg wurde der frühmorgentliche Oildown von Jürgen Nagel zu unserem Verhängnis, das Bike hatte nach ca. 150 Metern heftigsten Wheelspin. Das Bike fing sich zwar wieder, aber die Zeit war natürlich kaputt und somit der Weg für Len ins Finale frei.  Len hat sich den Sieg wahrlich verdient und wir mussten diesmal klein beigeben.

Da unsere Elektrikprobleme immer noch nicht beseitigt waren und das Bike immer noch nicht schneller lief, haben wir beschlossen die Saison nach den Nitrolympics vorzeitig zu beenden. Es war keine Tendenz in Sicht schneller als 7.6 Sek. zu fahren. Das Bike ist in der Lage die 7.0 Sek. zu bringen und auch in die 6er Zeiten zu fahren. Wir arbeiten Momentan natürlich dran, die Fehler in der Elektrik zu beseitigen, um das Bike für 2010 wieder richtig nach vorne zu bringen und unseren alten Funny Bike Rekord von ´08 zu verbessern.  Mit der abgelaufenen Saison waren wir halbwegs zufrieden, speziell wenn man bedenkt mit wie vielen Problemen wir zum Teil an einem Wochenende zu kämpfen hatten. Die Crew leistete meist übermenschliches, das ist sicher, und stellte auch neue Rekorde im Hochgeschwindigkeitsschrauben auf.

Christian, als Fahrer, möchte sich recht herzlich und ausdrücklich bei der hart arbeitenden Crew, den Sponsoren und den Männern vom Gremium MC für die tatkräftige Unterstützung bedanken, ohne Sie wäre das alles nicht möglich gewesen !

Hier noch ein paar Bilder und Videos  von unserer Homepage :

Text: Christian Jäger

Bilder: Markus Münch

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